Was ein Frauen-Haus ist

  • Ein Frauen-Haus
  • oder eine Schutz-Wohnung

sind besondere Orte für Frauen und ihre Kinder.
Dort können die Frauen Schutz bekommen,
wenn sie Gewalt erleben.

Zum Beispiel:

Alle Frauen können in ein Frauen-Haus kommen.

Oder sie können in einer Schutz-Wohnung wohnen.

Dabei ist es egal:

  • Aus welchem Land die Frauen kommen,
  • an welchen Gott sie glauben,
  • wie viel Geld sie haben,
  • ob sie Männer oder Frauen lieben,
  • ob sie sich als Frau fühlen
  • oder ob sie sich als Mann fühlen
  • oder nicht wissen:
  • Ob sie sich als Frau oder Mann fühlen.

 

So leben die Frauen in den Frauen-Häusern

Frauen-Häuser sind überall im Land unterschiedlich.
Oft teilen sich die Frauen in den Frauen-Häusern
1 Zimmer mit ihren Kindern.
Und viele Räume in den Frauen-Häusern
dürfen alle Frauen benutzen.

Zum Beispiel:

  • In vielen Frauen-Häusern gibt es 1 Küche:
    Die alle Frauen benutzen dürfen.
  • Oft teilen sich die Frauen auch die Bade-Zimmer.
  • Und in manchen Frauen-Häusern gibt es auch Wohn-Zimmer:
    Die von allen Frauen benutzt werden.

In vielen Frauen-Häusern gibt es 1 Mal in der Woche ein Treffen.
Bei dem Treffen sprechen die Frauen über viele Themen:

  • Die für alle Menschen in dem Frauen-Haus wichtig sind.
  • Und die jeder Mensch im Haus wissen soll.

Manchmal sprechen sie aber auch über Themen:
Die nur manchen Frauen wichtig sind.Vielleicht wollen Sie jetzt wissen:

    Wie die Frauen in einem bestimmten Frauen-Haus leben.
    Zum Beispiel:

    •  Ob die Frauen sich dort die Zimmer teilen.
    • Oder ob es dort auch Versammlungen gibt.

    Dann können Sie bei dem Frauen-Haus anrufen.
    Die Mitarbeiterinnen geben Ihnen dann alle Informationen.

    In den Frauen-Häusern oder in den Schutz-Wohnungen
    können die Frauen leben.

    Sie sind dort in Sicherheit.

    Und sie bekommen bei vielen Sachen Unterstützung.

     

    Diese Unterstützung können Frauen
    in Frauen-Häusern und Schutz-Wohnungen bekommen

    Die Mitarbeiterinnen vom Frauen-Haus
    helfen den Frauen bei vielen Fragen.

    Sie sagen den Frauen zum Beispiel,
    was sie machen müssen:

    • Wenn sie eine neue Wohnung mieten wollen
    • Wenn sie ein eigenes Bank-Konto brauchen.
    • Oder wenn die Kinder in eine neue Schule gehen sollen.

    Die Frauen bekommen Beratung zu vielen Themen.

    Sie bekommen Hilfe:
    Damit sie sich gut um ihre Kinder kümmern können.

    Und die Mitarbeiterinnen gehen gemeinsam mit den Frauen:

    • Zu Ämtern
    • und verschiedenen Einrichtungen.
      Zum Beispiel:
      • Zur Polizei,
      • in die Schule
      • oder in den Kinder-Garten.

    In den Frauen-Häusern gibt es:

    • Verschiedene Gruppen-Angebote
    • und Freizeit-Angebote für die Frauen und Kinder.

    Sie brauchen Hilfe

    Sie haben Gewalt erlebt.
    Zum Beispiel:

    • Ihr Mann hat sie geschlagen,
    • er hat Sie vergewaltigt
    • oder er bedroht Sie immer wieder.

    Dann wollen Sie vielleicht
    mit einem Menschen darüber sprechen:

    Den Sie gut kennen.
    Und dem Sie vertrauen.

    Das kann Ihnen vielleicht helfen.

    Dieser Mensch kann zum Beispiel:

    • Eine Freundin,
    • eine Kollegin von der Arbeit,
    • eine Ärztin
    • oder eine Nachbarin aus Ihrem Haus sein.

    Diese Menschen können Ihnen dabei helfen:
    Bei einem Frauen-Haus in Ihrer Stadt anzurufen.
    Oder mit den Mitarbeiterinnen
    von einer Schutz-Wohnung zu sprechen.

    Vielleicht wissen Sie aber auch noch nicht so genau:

    • Ob Sie in einem Frauen-Haus wohnen möchten.
    • Oder ob Sie in einer Schutz-Wohnung leben wollen.

    Dann können Sie zu einer Beratungs-Stelle gehen.
    Dort können Sie Beratung bekommen:
    Wenn Sie Gewalt erlebt haben.

    Die Mitarbeiterinnen von der Beratungs-Stelle wissen viele Sachen
    über das Thema Gewalt.
    Und sie können Ihnen bestimmt helfen.

     

    Bringen Sie Ihre wichtigen Papiere mit

    Vielleicht müssen Sie aus der Familien-Wohnung flüchten:
    Weil sie große Angst vor noch mehr Gewalt haben.
    Dann können Sie vielleicht
    keine wichtigen Papiere mit-nehmen.

    Das ist nicht schlimm.
    Sie können trotzdem:

    • Ins Frauen-Haus
    • oder zu einer Schutz-Wohnung kommen.

    Die Mitarbeiterinnen helfen Ihnen.

    Vielleicht können Sie aber auch einen Plan machen.
    Das bedeutet,
    Sie überlegen genau:

    • Wann Sie aus der Familien-Wohnung flüchten wollen.
    • Und was Sie alles mit-nehmen wollen.
      Zum Beispiel: Ihre wichtigen Papiere.

     

    Wichtige Papiere sind zum Beispiel:

    1. Der Personal-Ausweis,
    2. der Ausweis von der Sozial-Versicherung,
    3. die Karte von der Kranken-Versicherung,
    4. die Arbeits-Erlaubnis,
    5. Medikamente, die Sie brauchen,
    6. Berichte von Ihrem Arzt,
    7. das Stammbuch,
    8. die Geburts-Urkunde,
    9. die Heirats-Urkunde,
    10. die Lohn-Abrechnung
      oder der Bescheid vom Job-Center,
    11. die Karte vom Bank-Konto,
    12. die Konto-Auszüge vom Bank-Konto,
    13. der Miet-Vertrag von Ihrer Familien-Wohnung,
    14. der Handy-Vertrag,
    15. der Führer-Schein,
    16. die Arbeits-Papiere,
    17. die Arbeits-Zeugnisse
    18. und wichtige Papiere von der Versicherung.

    Bringen Sie auch Sachen mit:
    Die Ihnen besonders wichtig sind.
    Oder die für Sie etwas Besonderes bedeuten.

     

    Sie kommen mit Ihren Kindern ins Frauen-Haus
    oder in eine Schutz-Wohnung

    Dann brauchen Sie für Ihre Kinder auch noch einige wichtige Papiere.

    Zum Beispiel:

    1. Die Kinder-Ausweise,
    2. die Impf-Ausweise
    3. und die Vorsorge-Hefte,
    4. die Medikamente, die Ihre Kinder brauchen,
    5. die Schul-Zeugnisse
    6. und die Schul-Sachen,
    7. den Bescheid für das Kinder-Geld,
    8. den Bescheid für das Erziehungs-Geld
    9. und vielleicht den Bescheid über das Sorge-Recht
    10. und den Namen und die Telefon-Nummer
      von dem Mitarbeiter
      oder der Mitarbeiterin beim Jugend-Amt.
      Wenn Sie schon beim Jugend-Amt waren.

    Bringen Sie auch die Lieblings-Sachen von Ihren Kindern mit.
    Zum Beispiel:

    • Das Lieblings-Spielzeug
    • und das Kuschel-Tier.

     

    Wie Sie in ein Frauen-Haus
    oder in eine Schutz-Wohnung kommen

    Sie rufen zum Beispiel:

    • Im Frauen-Haus
    • oder in einer Schutz-Wohnung an.

    Die Mitarbeiterinnen besprechen mit Ihnen am Telefon
    viele wichtige Sachen.

    Nach dem Gespräch können Sie vielleicht
    in das Frauen-Haus kommen.
    Oder Sie können in eine Schutz- Wohnung kommen.
    Dann sagen die Mitarbeiterinnen Ihnen einen bestimmten Ort.
    Dort werden Sie dann abgeholt.

    Die Mitarbeiterinnen sagen Ihnen am Telefon nicht:

    • Wo das Frauen-Haus ist.
    • Oder wo die Schutz-Wohnung ist.

     

    Welche Sprachen in den Frauen-Häusern
    und Schutz-Wohnungen gesprochen werden

    Sie sind vielleicht aus einem anderen Land
    nach Deutschland gekommen.
    Deshalb können Sie die deutsche Sprache
    vielleicht noch nicht so gut.

    Die Mitarbeiterinnen:

    • In den Frauen-Häusern
    • oder in den Schutz-Wohnungen
      sprechen oft verschiedene Sprachen.

    Sie können im Frauen-Haus anrufen.

    Und Sie können fragen:
    Ob die Mitarbeiterinnen Ihre Sprache sprechen.

    Oft sind aber auch Übersetzerinnen dabei.
    Wenn Sie mit den Mitarbeiterinnen:

    • Im Frauen-Haus
    • oder in der Schutz-Wohnung
      über wichtige Sachen sprechen.

     

    Wie barriere-frei das Frauen-Haus
    oder die Schutz-Wohnung ist

    Rufen Sie:

    • Im Frauen-Haus
    • oder in der Schutz-Wohnung an.

    Die Mitarbeiterinnen sagen Ihnen gerne:

     

    Geschlechter-spezifische Gewalt

    Geschlechter-spezifische Gewalt bedeutet zum Beispiel:
    Menschen erleben Gewalt,
    weil sie zu einem bestimmten Geschlecht gehören.
    Zum Beispiel zu dem Geschlecht Frau.

    Frauen-Häuser machen sich dafür stark:
    Dass es keine Gewalt mehr gegen Frauen gibt.
    Denn viele Frauen erleben geschlechts-spezifische Gewalt.

    Es gibt aber auch Menschen mit anderen Geschlechtern,
    die geschlechts-spezifische Gewalt erleben.
    Zum Beispiel:

    • Trans-Menschen,
    • Nicht-binäre Menschen
    • Und inter-geschlechtliche Menschen.

     

    Was Trans bedeutet

    Trans bedeutet:
    Bei einem Menschen sind das biologische Geschlecht
    und die Geschlechts-Identität nicht gleich.
    Zum Beispiel:

    • Ein Mensch hat eine Scheide und Brüste.
      Aber der Mensch fühlt sich wie ein Mann.
      Diese Menschen heißen: Trans-Männer.
    • Oder ein Mensch hat einen Penis.
      Und er fühlt sich wie eine Frau.
      Diese Menschen heißen: Trans-Frauen.
    • Oder ein Mensch hat einen Penis.
      Aber der Mensch fühlt sich einfach nur als Mensch.
      Diese Menschen heißen: Nicht-binäre Menschen.

     

    Was nicht-binär bedeutet

    Nicht-binäre Menschen fühlen sich zum Beispiel:

    • Nicht wie ein Mann oder wie eine Frau,
    • Gleichzeitig als Mann und als Frau
    • Oder sie fühlen sich jeden Tag anders.

    Das kann bei jedem nicht-binären Menschen anders sein.

     

    Was inter-geschlechtlich bedeutet

    Bei inter-geschlechtlichen Menschen ist der Körper:

    • Nicht wie bei einer Frau,
    • Und auch nicht wie bei einem Mann.

    Zum Beispiel hat ein inter-geschlechtlicher Mensch:

    • Eine Scheide.
    • und Hoden.

    Aber das kann bei jedem inter-geschlechtlichen Menschen anders sein.

     

    Verschiedene Geschlechter in Frauen-Häusern

    Immer mehr Mitarbeiterinnen von Frauen-Häusern
    machen Fortbildungen zu den verschiedenen Geschlechtern.
    Bei den Fortbildungen lernen die Mitarbeiterinnen zum Beispiel:

    • Welche verschiedenen Geschlechter es gibt.
    • Welche Hindernisse es für diese Menschen gibt.
    • Und was die Mitarbeiterinnen be-achten müssen,
      wenn zum Beispiel trans-Menschen im Frauen-Haus leben.

    Für die Geschlechter gibt es verschiedene Flaggen.
    Mit einer Flagge zeigen die Frauen-Häuser:

    zum Thema Geschlechter-Vielfalt gemacht.

    Die Flagge bedeutet dann aber nicht:
    Dass zum Beispiel ein inter-geschlechtlicher Mensch
    in dem Frauen-Haus wohnen kann.
    Nur weil er das Geschlecht hat,
    was mit der Flagge gezeigt wird.
    Es bedeutet aber:
    Der Mensch kann vielleicht dort wohnen.
    Das entscheiden dann die Mitarbeiterinnen vom Frauen-Haus.